Supernova (PS 5-7)

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Wie malt man "Licht" im Bildbearbeitungsprogramm?

Je mehr Licht ein Gegenstand reflektiert oder ausstrahlt, desto heller erscheint er uns. Ein Monitor erzeugt mit seinen Elektronenstrahlen auch Licht und das hellste, was uns zur Verfügung steht, ist RGB 255/255/255, Weiß.

Die Supernova explodiert gerade in einem Feuerwerk aus gleißendem Licht. Sie müssen also Weiß einsetzen, um diese blendende Helligkeit darzustellen. Wenn der Anblick ein bisschen in den Augen "beißt", ist es gerade richtig. Schauen Sie sich ein mögliches Ergebnis dieses Workshops in Originalgröße an! (600 x 600 Pixel, 78 KB)

Sie erfahren in diesem Workshop etwas über

  • die Darstellung von Licht und Lichtstrahlen
  • den Umgang mit Ebenen-Füllmethoden
  • das Verblassen von Pinselstrichen
    und
  • zwei praktische Tastatur-Shortcuts

Für erfahrene Photoshop-Anwender gibt es auch hier wieder eine Kurzfassung des Workshops, die sich fast ausschließlich auf die reine Abfolge der Befehle beschränkt.


1. Neue Datei, 200 x 200 Pixel, 72 dpi, mit schwarzem Hintergrund.
Der Grund für so eine kleine Datei war ursprünglich der Gedanke an diesen Workshop und die Ladezeiten in Ihrem Browser. Hinterher stellte sich heraus, dass die Skalierung dem Bild nicht geschadet hat, im Gegenteil, manche Effekte kamen sogar besser zur Wirkung als beim Probelauf mit einer 600 x 600-Pixel-Datei. Die angewendeten Techniken funktionieren im Großformat prizipiell genauso, allerdings müssen Pinselgrößen und Einstellungswerte erhöht werden. Man kann sich dabei aber gut an den Beispielbildern orientieren.
Wenn Sie möchten, können Sie den Workshop jedoch auch mit meiner Photoshop-Originaldatei durchspielen.

Legen Sie eine neue, leere Ebene an.
Mit einem harten, runden Pinsel, Durchmesser 25 - 30 Pixel, und weißer Farbe malen Sie 3 Punkte in die Mitte der Arbeitsfläche.

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2. Menü Filter > Weichzeichnungsfilter > Radialer Weichzeichner: Stellen Sie "strahlenförmig" ein und schieben Sie den Stärkeregler auf 100. Bei der Qualität genügt die Einstellung "gut".
Insgesamt muss dieser Filter 5 mal angewendet werden, dazu brauchen Sie aber nicht mehr ins Menü. Drücken Sie für die Wiederholungen einfach Strg+F.
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3. Duplizieren Sie diese Ebene 2 mal. Verbinden Sie die 3 Ebenen mit dem Kettensymbol und klicken Sie im Palettenmenü (kleines schwarzes Dreieck) auf "Verbundene auf eine Ebene reduzieren".
bulletDie mehrfach übereinandergeschichteten Ebenen bewirken, dass die Farbe weich verlaufender Objekte intensiver leuchtet. Sie könnten hier im Prinzip mit der Airbrush-Funktion dieselbe Wirkung erreichen - leider kann ich nicht besonders gut damit umgehen und gehe den Weg über die Ebenen-Duplikate. Dies hat außerdem den Vorteil, universell einsetzbar zu sein, wann immer ein Objekt farblich "verstärkt" werden soll.
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4. Wenden Sie wieder 5 mal den Radialen Weichzeichner an - Sie brauchen nur 5 mal auf Strg+F drücken, da er der zuletzt benutzte Filter ist.
Dann erzeugen Sie mit Filter > Störungsfilter > Störungen hinzufügen kleine schwarze Pünktchen: Stärke 60 und "monochrom" sind geeignete Einstellungen.
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5. Noch 1 mal den Radialen Weichzeichner - diesmal müssen Sie leider wieder den Umweg über das Menü gehen, denn zuletzt hatten Sie ja mit den Störungen gearbeitet. Die Einstellungen sind die gleichen wie vorhin - strahlenförmig, Stärke 100 , Qualität "gut".
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6. Die Streifigkeit verstärken Sie mit Bild > Einstellen > Helligkeit/Kontrast: der Kontrast wird stark erhöht, z.B. auf +70, die Helligkeit wird etwas abgesenkt, bei mir zeigte sich mit dem Wert -8 die deutlichste Streifenbildung.
bulletDie Kombination Störungen, Weichzeichner (Bewegungsunschärfe oder Radialer Weichzeichner) und Kontrast können Sie sich als "Rezept" für streifige Strukturen oder auch Metalleffekte merken. Nur die Werte müssen Sie anpassen.
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7. Wieder 2 mal den Radialen Weichzeichner (Strg+F) und anschließend nochmal Helligkeit/Kontrast mit den gleichen oder fast den gleichen Werten wie oben. Achten Sie darauf, dass sich die Strahlenbündel noch ausgeprägter entwickeln.
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8. Und wieder 3 mal den Radialen Weichzeichner, die Strahlenbündel berühren jetzt den Rand des Bildes.
Um sie noch strahlender zu machen wird die Ebene zweimal dupliziert. Reduzieren Sie danach die 3 Ebenen auf eine.

Das ist immer noch nicht leuchtend genug. Duplizieren Sie die Ebene einfach nochmal und reduzieren Sie beide Strahlen-Ebenen wieder auf eine einzige Ebene.

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9. Jetzt soll etwas Farbe dazu kommen. Dafür duplizieren Sie die einzige Strahlenbündel-Ebene. Aktivieren Sie die untere der beiden Ebenen, um sie einzufärben.
Verwenden Sie Bild > Einstellen > Farbton/Sättigung/Helligkeit und machen Sie im Dialogfenster einen Haken bei "Färben". Ich habe mich für ein kaltes Eisblau entschieden, das finden Sie mit folgenden Werten: Farbton 180, Sättigung 30, Helligkeit 0. Um den Vorgang besser beobachten zu können, blenden Sie die obere Ebene vorübergehend aus, indem Sie auf das Auge in der Ebenenpalette klicken.

Die Farbe spielt für die folgenden Schritte eine große Rolle. Deshalb verschieben Sie Ihre eigenen Farbwünsche lieber auf später.
Blenden Sie die obere Ebene wieder ein. Danach sollten auf Ihrem Bild ganz schwach bläuliche Strahlen durchschimmern.

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10. So sind die Strahlen aber viel zu flau. Das ist ein typischer Fall für die Anwendung von Ebenen-Füllmethoden. Füllmethode bedeutet, wie die Pixel von übereinander liegenden Ebenen farblich miteinander verrechnet werden. Und da kann man durchaus Überraschungen erleben.

Aktivieren Sie die obere der beiden Strahlen-Ebenen. Probieren Sie in der Ebenenpalette alle Füllmethoden aus.

Sie können zusätzlich in meiner Variationen-Datei (43 KB) einmal die Wirkung von 9 unterschiedlichen Füllmethoden gleichzeitig betrachten.

Die Füllmethode "Farbig nachbelichten" hätte mir von der Strahlenbildung her schon ganz gut gefallen, aber das Ergebnis war mir farblich noch nicht dramatisch genug.

Erraten Sie, welche Variante ich schließlich verwendet habe? Können Sie nicht - es ist in der Variationen-Datei ganz unten links die Methode "Differenz"!
Dazu bin ich Ihnen eine Erklärung schuldig: Immer, wenn durch eine Füllmethode ein extrem "unbrauchbares" Ergebnis herauskommt, probiere ich die Funktion Bild > Anpassen > Umkehren aus (geht ganz schnell mit Strg+I), und zwar sowohl für die obere als auch für die untere der beiden beteiligten Ebenen. Es hat sich schon manches Mal gelohnt, so auch diesmal.
Lassen sie also die obere Ebene farblich wie sie ist und ändern Sie nur die Füllmethode auf "Differenz", die untere Ebene invertieren Sie mit Strg+I, Füllmethode bleibt "Normal".

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11. Natürlich ist das alles noch nicht intensiv genug. Machen Sie eine Kopie der unteren, rötlichen Ebene und geben sie ihr die Füllmethode "Negativ multiplizieren"; die obere, weißen Ebene wird auch dupliziert und das Duplikat bekommt die Füllmethode "Ineinanderkopieren".
bulletIrgendwann, wenn Sie den Status "Photoshop-Guru" anstreben, können Sie sich gerne mit der Theorie der Füllmethoden beschäftigen. Das Handbuch gibt nicht sehr viel dazu her und vor allem vermisst man konkrete Beispiele. Machen Sie es bis auf weiteres wie ich: Einfach ausprobieren und allmählich ein "Gefühl" für ihre Wirkungsweise entwickeln.

Anschließend verbinden Sie diese 4 Ebenen mit dem Kettensymbol und reduzieren sie auf eine Ebene.

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12. Wir setzen noch einen drauf: Ebene kopieren, obere Ebene auf "Multiplizieren", danach die beiden Ebenen auf eine reduzieren.
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13. Noch einmal wird die Ergebnisebene dupliziert, die obere bekommt die Füllmethode "Farbig abwedeln". Die untere wird mit dem Gaußschen Weichzeichner, Stärke 3 behandelt und dann auf die Füllmethode "Sprenkeln" gesetzt.

Achtung: Diese beiden Ebenen bleiben jetzt getrennt. Wenn man sie reduzieren würde, würden die eben erzeugten fantastischen Effekte stark abgeschwächt.

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14. Die Strahlenbündel sind fertig. Jetzt bringen Sie das Bild auf die endgültige Größe von 600 x 600 Pixeln (Menü Bild > Bildgröße). Als nächstes befassen Sie sich mit dem "Zentrum" der Supernova.

Legen Sie eine neue Ebene oberhalb der bisherigen Ebenen an. Mit einem runden, weichen Pinsel Größe 65, Deckkraft 100% (PS 7: Fluss 100%) malen Sie weiße Punkte über den Mittelpunkt der Strahlenbündel. Sie dürfen gern etwas ungleichmäßig verteilt sein.

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Zur Illustration des Workshops verwende ich weiterhin kleine Bilder. Klicken Sie darauf, wenn Sie das Bild in Originalgröße sehen möchten.
15. Es folgt die übliche Prozedur für strahlende Helligkeit: 5 mal den Radialen Weichzeichner (strahlenförmig, Stärke 100, Qualität "gut"), die Ebene duplizieren, auf das Duplikat noch 3 mal den Radialen Weichzeichner und dann die beiden Zentrum-Ebenen verbinden und reduzieren.

Zur Kontrolle: Sie haben jetzt - von unten nach oben - eine schwarze Hintergrundebene, zwei Ebenen mit Strahlenbündeln (rötlich und weiß) und eine Ebene mit einem Lichtfleck für das Zentrum der Supernova.

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16. Das Bild soll noch mit ein paar handgezeichneten weißen Strahlen ergänzt werden, vor allem im Bereich rechts unten, denn dort ist es noch etwas leer.

Sie verwenden dazu die Pinselfunktion "Größe :Verblassen" (PS 7: "Größenjitter / Steuerung: Verblassen"), die je nach PS-Version an verschiedenen Stellen zu finden ist.

Wechseln Sie zum Pinselwerkzeug. Suchen sie die harte, runde Pinselspitze Größe 7 heraus und stellen Sie die Vordergrundfarbe auf weiß ein. Setzen Sie die "Verblassen"-Funktion auf 250-300 Stufen.

In Photoshop 5/6 ist sie in der Optionenleiste zu finden.

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In Photoshop 7 gehört sie zu den Formeigenschaften in der Werkzeugspitzenpalette.

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Legen Sie eine neue Ebene oberhalb von allen bisherigen Ebenen an.
Klicken Sie mit dem Verblassen-Pinsel einmal in die Mitte des weißen Zentrums, halten Sie dann die Umschalttaste gedrückt und klicken Sie ganz rechts unten in die Ecke des Bildes. Lassen Sie die Umschalttaste los (wichtig!).

bulletWas passiert hier? Durch Klick - Umschalt + Klick wird ein gerader Pinselstrich vom Anfangspunkt (erster Klick) zum Endpunkt (zweiter Klick) gezogen. Da Sie aber "Verblassen" eingeschaltet haben, nimmt der Durchmesser des Pinselstrichs unterwegs kontinuierlich ab, was diese fein auslaufenden Spitzen ergibt. Die Anzahl der notwendigen Stufen ist schwer vorherzusagen, man probiert es aus.

Malen Sie auf diese Art mehrere Strahlen ins Bild, immer vom Zentrum ausgehend. Setzen Sie den zweiten Klick immer an den Bildrand, damit sie die Strahlspitze nicht beeinträchtigen.
Die kürzeren Strahlen im unteren rechten Bereich wurden mit Verblassen -> 150-200 Stufen gemalt.

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17. Die neuen Strahlen wirken sehr hart, vielleicht mögen Sie das. Ich habe sie ein wenig weichgezeichnet: Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner > Stärke 0,5.

Zum Abschluss noch ein Extra-Effekt - einer vom Typ "wenig Aufwand - große Wirkung": Machen Sie eine Kopie der Ebene mit dem weißen Lichtfleck und setzen sie die Deckkraft dieser Ebene auf etwa 70%. Stellen Sie dann als Füllmethode "Sprenkeln" ein. Fertig!

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18. Für das Startbild zu diesem Workshop habe ich anschließend noch ein wenig mit "Zutaten" experimentiert. Das sollten Sie auch tun - der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

In meinem Bildervorrat fand sich eine Vektor-Fledermaus *), außerdem habe ich versucht, die Spiralgalaxie aus meinem früheren Workshop "Galaxie" mitsamt ihren Sternen in das Bild zu integrieren. Ein neuer Hintergrund aus dunkelblau/roten Differenzwolken, ein kleiner Schriftzug (Courier New) unten in der Ecke, ein paar Ebeneneffekte ... schauen Sie selbst.

*) Wenn Sie die Fledermaus in Photoshop verwenden möchten, kopieren Sie die Datei fledermaus.csh in den Photoshop-Unterordner ... \Vorgaben\Eigene Formen\. Sie kann dann im Menü der Auswahlpalette für Eigene Formen geladen werden. Sie brauchen dazu das Programm nicht neu starten.
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Hier noch eine kleine Galerie von Bildern, die ebenfalls im Prinzip mit den oben beschriebenen Techniken entstanden sind.
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© Ute Schultz 10/2002