Karierter Notizzettel (PS 6/7)

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Der aus dem virtuellen Notizbuch herausgerissene Zettel für eine virtuelle Pinwand könnte zum Beispiel auf Ihrer Webseite als Hintergrund für die Navigation dienen. Auch in einem digitalen Fotoalbum macht er sich gut als dekoratives Element.

Zusätzlich erfahren Sie in diesem Workshop etwas über

  • die Herstellung eines eigenen Musters
  • den Maskierungsmodus
  • Ebenenmasken
    und
  • den Einsatz eines externen Plugins

Wenn Sie schon Erfahrung im Umgang mit Photoshop haben, es gibt hier eine Kurzfassung des Workshops , wahlweise als PDF-Datei für den Ausdruck optimiert.


1. Wie kommt man zu kariertem Papier? Ganz einfach und unkompliziert: Man erzeugt ein eigenes Karomuster und füllt damit eine Ebene. Das geht in Wirklichkeit schneller, als es sich hier liest.

Legen Sie eine neue Datei an:

  • Breite 10 Pixel
  • Höhe 10 Pixel
  • Auflösung 72 Pixel/Inch (für die Verwendung am Bildschirm)
  • Modus RGB-Farbe
  • Inhalt: Weiß

Zoomen Sie das Bildfenster auf 1600 %. Wählen Sie mit dem Auswahlwerkzeug "Einzelne Spalte" am linken Rand eine Pixelspalte aus, Sie brauchen dafür nur einmal in die obere linke Ecke klicken. Halten Sie nun die Umschalttaste gedrückt - der Mauszeiger bekommt ein kleines Pluszeichen - und wählen Sie mit dem Auswahlwerkzeug "Einzelne Zeile" zusätzlich die oberste Pixelreihe aus.

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Füllen Sie anschließend den Bereich mit hellgrauer Farbe und entfernen Sie die Auswahl mit Strg+D oder Menü Auswahl > Auswahl entfernen.

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Wundern Sie sich etwa, dass nicht alle 4 Ränder bemalt werden? Es ist nicht nötig, denn dieses Muster wird nahtlos gekachelt, wie Sie im nächsten Abschnitt sehen werden.

Noch eine Kleinigkeit fehlt: Das Muster muss in die Muster-Auswahlliste eingefügt werden. Das erledigt man mit Menü Bearbeiten > Muster festlegen. Geben Sie in das kleine Dialogfenster einen beliebigen Namen ein und klicken Sie auf OK.
bulletIch rate Ihnen außerdem dazu, die Musterdatei noch zusätzlich zu sichern. Warum und wie man das macht habe ich auf der Seite Tipps und Tricks im Abschnitt "Eigene Vorgaben sichern" beschrieben.

2. Jetzt geht's weiter mit dem eigentlichen Notizzettel.

Legen Sie eine neue Datei an. Sie sollte ein wenig größer sein als der Notizzettel hinterher werden soll. Ich habe hier für Höhe und Breite 300 Pixel angesetzt, alle anderen Einstellungen sind dieselben wie bei der Musterdatei in Schritt 1.

Füllen Sie den Hintergrund mit einer beliebigen Kontrastfarbe, Sie können sie jederzeit ändern.

Legen Sie eine neue Ebene an, entweder im Menü Ebene > Neu ... oder mit dem entsprechenden Icon am unteren Rand der Ebenenpalette. Füllen Sie die neue Ebene mit dem eben erstellten Karomuster. Das geht am besten mit Bearbeiten > Füllen > Mit Muster, und am untersten Ende der Musterauswahl finden Sie dann Ihr Karomuster.
Die gefüllte Ebene sieht anschließend so aus:

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3. Die Löcher und die zerrissenen "Stege" erstellen Sie im so genannten Maskierungsmodus.

Auf einer Extra-Seite habe ich ein wenig Hintergrundwissen zum Maskierungsmodus für Sie zusammengestellt.

Drücken Sie auf die Taste Q. Es passiert - nichts. Doch! In der Werkzeugpalette wurde Vorder- und Hintergrundfarbe auf schwarz und weiß eingestellt und darunter ist das Icon für den Maskierungsmodus eingeschaltet worden.

Sie werden nun eine Art Schutzfolie über das Bild legen: Menü Bearbeiten > Fläche füllen > Inhalt: Füllen mit Schwarz. Uuups - alles wird mit rosa Farbe überzogen. Keine Angst, das ist ganz richtig so.

Nun brauchen Sie den Buntstift. Geben Sie ihm eine harte, runde Spitze, 15 Pixel groß. Stellen Sie den Malabstand auf 150% ein. Beides macht man in der Werkzeugspitzenpalette, die aber in Photoshop 6 bzw. 7 unterschiedlich organisiert ist.

Photoshop 6:

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Photoshop 7:

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Vertauschen Sie Vorder- und Hintergrundfarbe, indem Sie auf die X-Taste drücken. Jetzt haben Sie Weiß als Malfarbe zur Verfügung.

Malen Sie bei gedrückter Umschalttaste knapp unter dem oberen Rand des Karopapiers einfach von links nach rechts, wie es der nächste Screenshot zeigt. Die Umschalttaste sorgt dafür, dass die Linie wirklich gerade wird und durch den großen Malabstand entstehen getrennte Punkte. Die weiße Malfarbe des Buntstifts "kratzt" gewissermaßen die schützende Folie ab.

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4. Drücken Sie nochmal auf die Taste Q, damit sind Sie wieder im Standardmodus und die weißen Buntstiftpunkte verwandeln sich in Auswahlkreise. Drücken Sie die Entf-Taste und schon haben Sie Löcher ins Karopapier gestanzt.

Entfernen Sie die Auswahl.

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5. Dasselbe Spiel machen Sie jetzt noch einmal, um die Papierstege "durchzureißen".

Sie brauchen dafür eine andere Buntstiftspitze:

  • Quadratische Spitze
  • Größe 15 Pixel (es muss die gleiche Größe wie bei der runden Spitze sein)
  • Rundheit z.B. 40%
  • Winkel 90°
  • Malabstand 150% (es muss derselbe Malabstand wie bei der runden Spitze sein)

Drücken Sie wieder die Taste Q und füllen Sie die Fläche mit Schwarz, um rote "Maskenfolie" aufzutragen.

Malen Sie mit gedrückter Umschalttaste und weißer Farbe genau am oberen Rand des Karopapiers entlang, die Buntstiftstriche dürfen ruhig in die "Löcher" hineinragen.

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6. Nach Druck auf die Taste Q, Betätigung der Entf-Taste und dem Entfernen der Auswahl sieht der Notizzettel so aus:
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7. Wenn man ein Blatt Papier aus einem Notizblock reißt, bleiben die Stege aber nicht so säuberlich glatt und gerade. Zoomen Sie sich deshalb die Oberkante des Notizzettels bequem heran und nehmen Sie das Lassowerkzeug zur Hand. Beginnen Sie mit gedrückter Maustaste in der linken oberen Ecke und fahren Sie ganz "zitterig" ein paar Millimeter unterhalb der Oberkante entlang, bis Sie in der rechten oberen Ecke angekommen sind. Wenn Sie dort die Maustaste loslassen, schließt sich die Auswahl automatisch.
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8. Ein Klick auf die Entf-Taste und das Blatt sieht schon viel "herausgerissener" aus als vorhin.

Zusätzlich sollten Sie mit einer kleinen runden Radiergummispitze noch hier und da ein kleines Eckchen wegradieren, um den Eindruck von beschädigten Papierstegen noch zu verstärken.

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9. Da fehlt aber noch etwas - die räumliche Wirkung.

Der Ebeneneffekt "Schlagschatten" erledigt das im Nu. Klicken Sie aufs Menü Ebene > Ebenenstil > Schlagschatten oder auf das kleine "f" am unteren Rand der Ebenenpalette und nehmen Sie zum Ausprobieren folgende Einstellungen vor:

  • Deckkraft 50 %
  • Distanz 3
  • Größe 3

Alles andere kann auf der Standardeinstellung bleiben. Sie können natürlich auch ein bisschen herumspielen.

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10. Mit dem Auswahlrechteck schneiden Sie links, rechts und unten einen Streifen des Karopapiers ab. Der Schlagschatten wird nun auch an den Kanten sichtbar und verstärkt die räumliche Wirkung.
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11. Im Prinzip wären Sie jetzt fertig. Alles was jetzt noch folgt, ist optional und reine Spielerei.

Für die aufgerollte Ecke brauchen Sie ein Plugin - oder Corel Photopaint :)) Es ginge auch "per Hand", aber wir wollen es ja nicht übertreiben.

Ich habe das Freeware-Plugin Mac's Page Curl verwendet. Auf einer Extraseite erfahren Sie alles über Download und Installation.

In meinem Beispiel habe ich folgende Einstellungen verwendet:

  • Size (Größe): 150
  • Transparency (Transparenz): 0
  • Shinyness (Glanz): 100
  • Shadow (Schatten): 50
  • Orientation (Richtung): 200
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12. Weiße, karierte Notizzettel sind auf der Rückseite üblicherweise auch weiß und kariert. Es ist also noch ein bisschen Arbeit angesagt.

Zoomen Sie sich die umgebogene Ecke bequem heran. Wählen Sie den Umriss der Ecke Klick für Klick mit dem Polygonlasso aus. Beachten Sie, dass Sie die Schattenbereiche nicht auswählen dürfen.

Mit >Bild >Einstellungen >Tonwertkorrektur hellen Sie das Papier auf. Dafür sind das rechte und das mittlere kleine Dreieck am unteren Rand des Histogramms zuständig, wie Sie es auf dem Screenshot sehen können.

Die Auswahl bitte nicht entfernen, sie wird gleich nochmal gebraucht.

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13. Das Karomuster auf der Rückseite des Papiers muss einerseits genauso aussehen wie auf der Vorderseite, andererseits muss es aber "schräg" liegen, denn die Ecke ist ja auch schräg hochgebogen. Die Ebenenmaske kommt ins Spiel.

Die Auswahl ist noch da? Legen Sie zunächst eine neue leere Ebene an.
Klicken Sie nun am unteren Rand der Ebenenpalette auf das Icon "Ebenenmaske hinzufügen". Auf dem Bild verschwindet nur die Auswahl, aber in der Ebenenpalette hat sich etwas getan. Neben dem Symbol für die leere Ebene ist eine neue Miniatur erstellt worden, auf der die Form der hochgebogenen Ecke in weiß zu sehen ist, der Rest ist schwarz. Man muss sich vorstellen, dass diese Ebenenmaske auf der Ebene liegt, nicht daneben. Der weiße Bereich wirkt wie ein Guckloch, durch das der zukünftige Inhalt dieser Ebene zu sehen sein wird, die schwarze Fläche dagegen blendet den Ebeneninhalt aus.

Zwischen beiden Mini-Abbildungen ist ein kleines Kettensymbol. Klicken Sie darauf und es verschwindet. Warum sollten Sie das tun? Das erkläre ich Ihnen in Schritt 14. Sie müssen nun noch auf die Miniaturabbildung der leeren Ebene klicken, damit wir sie mit dem Karomuster füllen können. Andernfalls wäre die Ebenenmaske aktiv, die darf aber nicht mehr verändert werden.

So, vergleichen Sie mal: Bei der obersten Ebene sehen Sie von links nach rechts das Augensymbol, das Pinselsymbol, die leere Ebenenminiatur, kein Kettensymbol und die Ebenenmaske.

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Sie füllen nun die leere Ebene mit dem Kästchenmuster, genau wie in Schritt 2. Hier sehen Sie das Ergebnis und Sie sehen auch, dass da mit den Karos etwas nicht stimmt. Die räumliche Wirkung der aufgerollten Ecke ist praktisch dahin. Das wird im nächsten Schritt geändert.

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14. Drücken Sie Strg+T, um das Karomuster drehen zu können. Ziehen Sie evtl. Ihr Bildfenster am grauen Rand etwas größer, damit Sie die Transformieren-Anfasser besser sehen können. Gehen Sie mit dem Mauszeiger in die Nähe eines Eckanfassers, er sollte sich dann in einen gebogenen Doppelpfeil verwandeln. Drehen Sie die Zeichnung gegen den Uhrzeigersinn, bis die Kästchenlinien parallel zur aufgerollten Papierkante verlaufen. Sie können auch oben in der Optionsleiste einen Winkelwert eingeben. Wenn Sie alles genauso wie ich gemacht haben, beträgt der Winkel - 31°.

Hätten wir vorhin das Kettensymbol nicht weggeklickt, würde sich hier die Ebenenmaske auch mitdrehen. Wir wollen aber nur das Karopapier drehen, das "Guckloch" in der Ebenenmaske soll da bleiben, wo es ist.

Regeln Sie die Deckkraft der Ebene auf etwa 50% herunter - der Schieberegler dazu ist in der Ebenenpalette oben rechts zu finden. Gleichzeitig stellen Sie links neben dem Deckkraftregler eine andere Füllmethode ein: "Multiplizieren" dürfte sich hier am besten eignen.

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15. Und nun schreiben Sie natürlich noch irgendwas auf Ihren virtuellen Notizzettel.

Ach, Sie meinen, da fehlt noch eine Kleinikkeit? Na gut, die Pinwandnadeln gibt's als Dreingabe.

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© Ute Schultz 03/2003